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Mittelfranken: Geburtsstätte einflussreicher Familienunternehmen – Teil 2

Für manche mag Mittelfranken eine beschauliche Region in Nordbayern sein. Für andere ist es die Geburtsstätte vieler internationaler Erfolgsunternehmen.
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Mittelfranken: Geburtsstätte einflussreicher Familienunternehmen – Teil 2

Für manche mag Mittelfranken eine beschauliche Region in Nordbayern sein. Für andere ist es die Geburtsstätte vieler internationaler Erfolgsunternehmen.

Im letzten Beitrag haben wir Sie in die mittelfränkische Welt der Familienunternehmen mitgenommen und die bekannteste sowie erfolgreichste Unternehmensgeschichte von adidas und PUMA aufgezeigt. Im zweiten Teil wollen wir uns den anderen großen Familienunternehmen in Mittelfranken widmen, die international eine feste Größe sind.

Mittelfränkische Familienunternehmen unter der Lupe

Schaeffler-Gruppe: Unsichtbare Helden der Mobilität

Die Schaeffler AG gehört zu jenen B2B-Unternehmen, die in der breiten Bevölkerung kaum Bekanntheit genießen. Und das, obwohl sie in mehr als 50 Ländern mit über 83.000 Mitarbeitern vertreten sind und indirekt dafür sorgen, dass Millionen Fahrzeuge und Maschinen auf der ganzen Welt in Bewegung bleiben. Denn die Schaeffler-Gruppe, gegründet 1946, ist ein unsichtbarer Riese, dessen Produkte in fast jedem Fahrzeug auf der Straße zu finden sind.

Von Kugellagern über Getriebesysteme bis hin zu Elektromotoren – die Schaeffler-Gruppe ist ein verlässlicher Partner für die Automobil- und Industriebranche. Trotz der Geschäftskomplexität und der globalen Präsenz bleibt Schaeffler seiner Herkunft treu und unterstützt nachhaltige und soziale Projekte in der fränkischen Heimat und darüber hinaus. Der Hauptsitz befindet sich wie im Fall von adidas und PUMA weiterhin in Herzogenaurach. Schaeffler wurde 1946 durch Georg Schaeffler (*1917, ✝1996) gegründet und wird heute von seiner Witwe, Maria-Elisabeth Schaeffler (20 %), und seinem Sohn, Georg Friedrich Wilhelm Schaeffler (80 %), geführt.

Playmobil: Schöpfer kleiner Welten

Mit ihren bunten Miniaturfiguren und liebevoll gestalteten Spielewelten hat das Unternehmen hinter der Marke Playmobil, die geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG, in den 1970er Jahren die Kinderzimmer auf der ganzen Welt erobert. geobra ist dabei die Abkürzung für Georg Brandstätter, der den Unternehmensnamen Anfang des 20. Jahrhunderts geprägt hat, nachdem er die Schlosserei seines Vaters Andreas Brandstätter übernommen hatte. Georgs Enkel Horst Brandstätter wiederum begann seine Tätigkeit bei geobra Brandstätter in den 1950er Jahren und war entscheidend beteiligt, als Playmobil 1974 erstmals präsentiert wurde.

Darauf folgte eine kaum vergleichbare Erfolgsgeschichte in der Spielzeugindustrie. Playmobil gehört auch heute noch zu den stärksten Spielzeugmarken in Deutschland, neben den weltweit führenden Konzernen LEGO und Mattel (u.a.: Barbie).

LEGO wird häufig als Playmobils größter Konkurrent betrachtet, wobei der mittlerweile bereits verstorbene Inhaber, Horst Brandstätter, stets seine Unabhängigkeit vom Lizenzsystem betonte. Denn anders als LEGO wollte er nie Kooperationen mit großen Lizenz-Gebern (Star Wars, Fluch der Karibik etc.) eingehen, da diese kurzlebig und teuer seien. Playmobil-Figuren sind dagegen zeitlos und könnten durch ihre schlichtere Gestaltung die Fantasie von Kindern mehr anregen. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich heute immer noch in Zirndorf bei Nürnberg.

Faber-Castell AG: Internationaler Anführer in der Stiftindustrie

Seit seiner Gründung 1761 gibt uns Faber-Castell das Werkzeug in die Hand, mit dem wir unsere kreativen Träume auf Papier verwirklichen können. Ob mit dem weltberühmten grünen Bleistift „Castell 9000“ oder den hochwertigen Buntstiften: Faber-Castell steht international für Qualität und Vielfalt – verbunden mit einer nachhaltigen und ethischen Unternehmensphilosophie. Hierfür wurde Faber-Castell 2006 der „Preis der Arbeit“ vom Forum Zukunftsökonomie verliehen. Ein Preis für Unternehmen, die ihrer sozialen sowie ökologischen Verantwortung in besonderer Weise gerecht werden.

Die Geschichte von Faber-Castell beginnt mit Kaspar Faber, der in Stein bei Nürnberg 1761 seine ersten Bleistifte herstellt. Nachdem die Enkelin von Lothar Faber – der nächste Pionier und Branchen-Innovator der Faber-Familie – 1898 Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen heiratete, begann eine neue Ära des Stiftherstellers. Die Ära von Faber-Castell. Alexander Faber-Castell war 1905 schließlich auch der Erfinder des „Castell 9000“ – eine Marke für hochwertige Bleistifte, die sich bis heute erfolgreich auf dem Markt hält.

Erst seit 2017 setzt der traditionelle Weltmarktführer auf familienfremde CEOs. Faber-Castell produziert heute jährlich mehr als zwei Milliarden holzgefasste Stifte und ist damit der weltweit größte Hersteller von Bunt- und Bleistiften mit ca. 6500 Mitarbeitern. Der Hauptsitz der Faber-Castell AG befindet sich weiterhin im Ursprungsort Stein, in der Nähe von Nürnberg.

Lebkuchen-Schmidt GmbH & Co. KG: Der süße Duft der Tradition

Wenn Ortsfremde über Franken und vor allem über Nürnberg sprechen, dauert es oft keine zwei Sätze, bis die berühmten Nürnberger Lebkuchen zum Thema werden. Es ist deswegen keine große Überraschung, dass ein Lebkuchenhersteller zu den wirtschaftsstärksten und erfolgreichsten Unternehmen in Mittelfranken gehört.

In der Kaiserstadt Nürnberg hat Lebkuchen-Schmidt seit 1926 seinen Sitz. Dort wurde das mittlerweile fast 100-jährige Unternehmen damals per Zufall gegründet. E. Otto Schmidt bekam von seinem Bruder Franz Schmidt einen Eisenbahnwaggon aus Thüringen. Dieser kam aus den Insolvenzbeständen eines säumigen Kunden und war voll mit Lebkuchen. E. Otto Schmidt sollte die Lebkuchen schnell an den Mann bringen und kam auf die Idee des Versandhandels. Heute ist Lebkuchen-Schmidt der größte Lebkuchen-Versandhandel der Welt.  

Als traditioneller Hersteller der weltbekannten Nürnberger Lebkuchen steht Lebkuchen-Schmidt für höchste Qualität und authentischen Geschmack. Geleitet wurde das Unternehmen bis vor wenigen Jahren von Henriette Schmidt-Burkhardt, Ehefrau des Firmengründer-Sohnes Rudolf Schmidt. Heute führt Gerd Schmelzer, erfolgreicher Immobilienunternehmer und eine echte Größe in Mittelfranken, das Geschäft.

Mittelfranken – das Herz Europas auf Erfolgskurs

Die mittelfränkische Region um Nürnberg herum war in den letzten Jahrhunderten auch deswegen so erfolgreich, weil sie mitten im Zentrum von Europa liegt. Für den Beweis reicht lediglich ein kurzer Zoom-Out in Google Maps. Die Lage und der Ideenreichtum der Region waren nicht selten der Grundstein für die Erfolgsunternehmen in Mittelfranken.

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Nick Gretzinger

smic! Events & Marketing | Nick versteht es, eine feinsinnige Portion Humor in seine fabelhaft recherchierten Texte zu packen. Wer seine Texte liest, muss sicher mehr als ein Mal schmunzeln und hat mit dem letzten gelesenen Wort das Gefühl, nicht nur sehr gut informiert, sondern auch wunderbar unterhalten worden zu sein.
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