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Mittelfranken: Geburtsstätte einflussreicher Familienunternehmen – Teil 1

Die mittelfränkische Region ist die Heimat gleich mehrerer Weltkonzerne und Familienunternehmen. Was ist das Erfolgsgeheimnis und wie sind adidas und PUMA miteinander verbunden?
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Mittelfranken: Geburtsstätte einflussreicher Familienunternehmen – Teil 1

Die mittelfränkische Region ist die Heimat gleich mehrerer Weltkonzerne und Familienunternehmen. Was ist das Erfolgsgeheimnis und wie sind adidas und PUMA miteinander verbunden?

Wo die Hügel des fränkischen Weinlandes auf die stolzen Türme mittelalterlicher Burgen treffen, finden wir mehr als nur eine romantische Kulisse. Wir begegnen der Heimat einiger der einflussreichsten Familienunternehmen Deutschlands. In Mittelfranken hat sich eine beeindruckende Szene aus Familienunternehmen entwickelt, die sowohl die deutsche als auch die globale Wirtschaft beeinflussen.

Milliardenindustrie in Mittelfranken – was ist das Erfolgsgeheimnis?

Menschen, die in Mittelfranken leben, kennen die Region bereits als wichtigen Industrie- und Wirtschaftsstandort. Denn so unscheinbar die fränkische Außenwirkung auf die gesamte Welt vielleicht sein mag – die Fakten sprechen für sich. In der Region rund um Nürnberg, Erlangen und Fürth sitzen internationale Riesen wie Siemens, adidas oder Schaeffler. Zwei davon haben sogar in Mittelfranken ihren Ursprung und sind Familienunternehmen mit einer langen Erfolgsgeschichte.

Der Ort Herzogenaurach in der Nähe von Erlangen scheint es Weltkonzernen besonders angetan zu haben. Dort sitzen gleich drei Familienunternehmen mit Milliardenumsätzen: adidas, PUMA und Schaeffler. Mit insgesamt circa 17.000 Mitarbeitern vor Ort. Zum Vergleich: In Herzogenaurach leben etwa 24.000 Menschen.

Gibt es ein Geheimnis in Herzogenaurach, das nur Auserwählte kennen? Wohl eher nicht. Allerdings bietet der mittelfränkische Ort eine jahrhundertlange Geschichte in der Tuchmacherei, wodurch der erste Grundstein für die Schuhherstellung der beiden Dassler-Brüder (heute: Adidas und Puma) gelegt wurde. Außerdem verfügt Herzogenaurach über eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung und kann durch die Nähe von Nürnberg und Erlangen direkt auf Nachwuchs-Fachkräfte aus den ansässigen Unis zugreifen. Diese Mischung und die lange Erfolgstradition machen den Ort vermutlich so lukrativ.

Familienunternehmen in Mittelfranken – eine Übersicht

In Mittelfranken haben eine Vielzahl von Familienunternehmen ihre Wurzeln. Die prominentesten Beispiele sind:

  1. Adidas AG & Puma SE, weltbekannte Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach – ca. 23 Milliarden Euro (adidas, 2022) & 5 Milliarden Euro (Puma SE, 2020) Jahresumsatz
  2. Schaeffler-Gruppe, ein globaler Automobil- und Industriezulieferer aus Herzogenaurach – ca. 15 Milliarden Euro Jahresumsatz (2022)
  3. Playmobil (geobra Brandstätter Stiftung & Co. KG), Spielzeughersteller aus Zirndorf – ca. 720 Millionen Euro Jahresumsatz (2021)
  4. Faber-Castell AG, weltgrößter Hersteller von Bunt- und Bleistiften aus Stein – ca. 550 Millionen Euro Jahresumsatz (2020)
  5. Lebkuchen-Schmidt, Hersteller von Lebkuchen und anderen Süßwaren aus Nürnberg – über 100 Millionen Euro Jahresumsatz (2022)

Mittelfränkische Familienunternehmen unter der Lupe

Adidas AG & Puma SE: Familienstreit und internationaler Erfolg

Die weltweit bekanntesten Familienunternehmen der mittelfränkischen Region dürften die beiden Sportartikelhersteller sein, deren Verbindung stärker ist, als manche vielleicht glauben. Die Geschichte der international bekannten Sportmarken adidas und PUMA beginnt 1923, kurz nach dem Ersten Weltkrieg, als die Brüder Adolf und Rudolf Dassler gemeinsam die „Gebrüder Dassler Schuhfabrik“ in Herzogenaurach gründen. Als Team ergänzen sie sich perfekt – Adi der Techniker und Erfinder, Rudolf der Geschäftsmann mit einem guten Draht zu den Kunden.

1936, bei den Olympischen Spielen in Berlin, feiern sie erste internationale Erfolge noch gemeinsam. Damals statteten die Gebrüder sowohl die deutschen Teilnehmer als auch den US-amerikanischen Leichtathleten und Gold-Gewinner Jesse Owens mit ihren Schuhen aus. Nach dem zweiten Weltkrieg, in den beide Brüder ziehen mussten, wurden die Differenzen zwischen „Adi“ und Rudolf Dassler immer größer.

1948 trennten sie sich. Noch im selben Jahr gründete Rudolf PUMA und ein Jahr später folgte ihm sein Bruder „Adi“ mit adidas. Der Streit zwischen den Beiden war so schlimm, dass sie bis zu ihrem Tod in den 70er-Jahren kein Wort miteinander sprachen. Der Wettkampf beider Brüder ging jedoch auf der Weltwirtschaftsbühne weiter.

Heute ist die Adidas AG ein globaler Sportartikelhersteller, der die gesamte Branche revolutioniert hat und immer wieder Innovationen auf den Markt bringt. Ähnlich wie die PUMA SE, die sich nach Nike (USA) und adidas immerhin den dritten Platz auf der Weltrangliste der nach Umsatz führenden Sportartikelhersteller sichert. Während adidas und PUMA zu Lebzeiten der Gründer-Brüder keine Kooperationen eingingen, gibt es heute sogar gemeinsame Sport-Events.

Im zweiten Teil dieses Beitrags …

Neben den führenden Sportartikelherstellern gibt es einen weiteren Big Player auf dem Weltmarkt, der in Herzogenaurach seinen Sitz hat. Erfahren Sie im nächsten Teil spannende Details über Familienunternehmen wie Schaeffler, Faber-Castell oder Playmobil, die allesamt „Made in Mittelfranken“ sind.

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Nick Gretzinger

smic! Events & Marketing | Nick versteht es, eine feinsinnige Portion Humor in seine fabelhaft recherchierten Texte zu packen. Wer seine Texte liest, muss sicher mehr als ein Mal schmunzeln und hat mit dem letzten gelesenen Wort das Gefühl, nicht nur sehr gut informiert, sondern auch wunderbar unterhalten worden zu sein.
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