Impulse für mehr innere Stärke und klare Entscheidungen
Wie gelingt es Führungskräften und Unternehmerinnen und Unternehmern, auch nach Krisen, Rückschlägen oder persönlichen Schicksalsschlägen handlungsfähig zu bleiben?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der Unternehmer ORANGE Resilienz-Workshop, der gemeinsam mit der BARMER in Nürnberg veranstaltet wurde. Gastgeberin Lisa Harrer (Geschäftsführerin BARMER) begrüßte die Teilnehmenden und stellte die Bedeutung mentaler Stärke für Unternehmerinnen und Unternehmer in den Mittelpunkt: Gerade in Zeiten von Veränderung, Unsicherheit und wachsendem Entscheidungsdruck braucht es Menschen, die ihren Kurs halten und Verantwortung übernehmen. Den inhaltlichen Impuls setzte Bestsellerautorin, Keynote-Speakerin und Kommunikationstrainerin Nicole Staudinger. In einem ebenso persönlichen wie inspirierenden Vortrag machte sie deutlich: Resilienz ist keine angeborene Superkraft, sondern eine Fähigkeit, die jeder Mensch entwickeln und stärken kann.
Jeder trägt seinen eigenen Resilienzkoffer bereits in sich
Gleich zu Beginn machte Nicole Staudinger Mut:
„Jeder und jede, die heute hier sitzt, hat seinen eigenen Resilienzkoffer bereits dabei.“
Die eigenen Ressourcen seien häufig längst vorhanden – wir müssten uns ihrer nur wieder bewusst werden. Statt nach Patentlösungen zu suchen, lohnt sich der Blick auf bereits gemeisterte Herausforderungen und die eigenen Stärken.
Resilienz bedeutet nicht, wieder der Mensch von früher zu sein
Im Mittelpunkt stand die Erkenntnis, dass Resilienz nicht bedeutet, nach einer Krise wieder genau der Mensch zu sein, der man vorher war. Vielmehr geht es darum, neue Erfahrungen anzunehmen, sie als Teil des eigenen Lebens zu akzeptieren und gestärkt daraus hervorzugehen.
Unternehmer brauchen Zuversicht
Besonders relevant für Unternehmerinnen und Unternehmer: Unser Gehirn unterscheidet nicht zwischen persönlichen und beruflichen Krisen. Die Mechanismen, die Stress, Unsicherheit oder Verlust auslösen, sind ähnlich. Umso wichtiger ist es, die eigene mentale Widerstandskraft bewusst zu stärken.
„Wir als Unternehmer müssen der Zuversicht verpflichtet sein.“
Gerade Führungskräfte prägen mit ihrer Haltung das Unternehmen und ihre Mitarbeitenden. Wer Verantwortung trägt, sollte den Blick bewusst auf das richten, was beeinflussbar ist, statt sich dauerhaft von äußeren Entwicklungen bestimmen zu lassen. Als Beispiel nannte Nicole Staudinger den Umgang mit Künstlicher Intelligenz: Nicht die Existenz neuer Technologien sei entscheidend, sondern die bewusste Entscheidung, welchen Platz sie im eigenen Unternehmen einnehmen sollen.
Kommunikation schafft Handlungsspielräume
Ein weiterer Schwerpunkt war die Rolle der Kommunikation. Anhand ihrer eigenen Krankheitsgeschichte zeigte Nicole Staudinger eindrucksvoll, wie sehr Worte Menschen stärken – oder verunsichern – können.
Nicht immer lassen sich schwierige Situationen verändern. Sehr wohl beeinflussen können wir jedoch, wie wir darüber sprechen – mit anderen und mit uns selbst.
„Gute Kommunikation ist immer ein Resilienzhebel.“
Dabei hilft die Frage: Was kann ich beeinflussen und was muss ich akzeptieren? Die Bereitschaft, neue Fakten anzunehmen und den Fokus auf das Machbare zu richten, schafft Handlungsspielräume – auch in herausfordernden Zeiten.
Die eigenen Kraftquellen kennen
Praxisnah wurde es, als die Teilnehmenden ihre persönlichen Kraftquellen reflektierten. Welche Rituale, Menschen oder Orte helfen dabei, Energie zu tanken und den Blick nach vorne zu richten? Nicole Staudinger machte deutlich, dass jeder Mensch seine ganz persönlichen „Akkus“ kennen sollte. Für sie selbst sind es unter anderem Bewegung, Literatur, das Schreiben und Spaziergänge im Wald. Entscheidend sei jedoch nicht, welche Kraftquelle andere nutzen, sondern herauszufinden, was einem selbst guttut.
„Fühlt in euch hinein, was euch guttut. Nutzt gezielt Rituale oder Orte, die helfen, Akkus wieder aufzuladen.“
Denn nur wer seine Energiequellen kennt und bewusst nutzt, kann auch in anspruchsvollen Zeiten leistungsfähig bleiben.
Austausch auf Augenhöhe
Neben den wertvollen Impulsen prägte vor allem der offene Austausch unter den Teilnehmenden die Veranstaltung in den Räumen der BARMER. Die Gespräche zeigten einmal mehr, wie wichtig starke Netzwerke sind – nicht nur für unternehmerischen Erfolg, sondern auch für persönliche Stärke.
Der gemeinsame Workshop bot Raum für neue Perspektiven, ehrliche Gespräche und den Erfahrungsaustausch zwischen Unternehmerinnen und Unternehmern, Geschäftsführenden und Führungskräften aus der Region.
Unser Fazit
Resilienz ist kein „Zurück zum Alten“, sondern die Fähigkeit, Herausforderungen anzunehmen, Erfahrungen in die eigene Persönlichkeit zu integrieren und mit neuer Klarheit den eigenen Weg weiterzugehen.
Oder, wie Nicole Staudinger es treffend formulierte:
„Geht gedanklich zurück in eure Krisen und fragt euch: Was hat geholfen?“
Ein inspirierender Abend, der eindrucksvoll zeigte: Mentale Stärke ist keine Frage der Umstände, sondern der Haltung – und damit eine der wichtigsten Kompetenzen für alle, die Verantwortung tragen – in Unternehmen und darüber hinaus.