Wie man an zahlreichen aktuellen Vorfällen in Deutschland sehen kann, sind KRITIS und NIS-2 wichtige Themen, die gerade viele Unternehmen beschäftigen – von großen Konzernen bis hin zu mittelständischen Betrieben. Das KRITIS-Dachgesetz (KRITISDachG) dient dem Schutz kritischer Infrastrukturen in Deutschland durch einheitliche Mindeststandards und Risikomanagement. Das NIS-2-Umsetzungsgesetz selbst wurde bereits am 13. November 2025 vom Bundestag verabschiedet und ist am 6. Dezember 2025 in Kraft getreten. Es setzt die EU-Richtlinie um, die einheitlich hohe Standards für Cybersicherheit in Europa schaffen soll, und erweitert die bisherigen KRITIS-Vorgaben auf etwa 30.000 Firmen in insgesamt 18 Sektoren wie z.B. Energie, Gesundheit, Finanzen, Transport, Wasserwirtschaft und digitale Dienste.
NIS2: Warum Unternehmen jetzt handeln müssen
Früher richteten sich diese Vorgaben hauptsächlich an die größten Infrastrukturbetreiber, doch NIS-2 macht sie relevanter denn je: Viele mittelständische Unternehmen fallen nun unter die Kategorien „wichtig“ oder „besonders wichtig“. Das bedeutet, dass Risiken systematisch erkannt und gemanagt werden müssen, damit Netzwerke und IT-Systeme besser geschützt sind und Störungen oder Angriffe unverzüglich gemeldet werden können. Der Fokus liegt stark auf der gesamten Lieferkette, damit ein Problem bei einem Partner nicht die kritische Infrastruktur wie Stromversorgung, Krankenhäuser oder Verkehr lahmlegt. Dies sorgt dafür, dass mehr Stabilität für die Gesellschaft und Wirtschaft entsteht.
NIS2-Anforderungen erfüllen: So starten Sie richtig
Um regelkonform zu agieren, ist es zunächst nötig, genau zu prüfen, ob das eigene Unternehmen betroffen ist. Kriterien wie Größe, Sektor und Abhängigkeiten zählen hier mit. Melden Sie sich zunächst beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), der nationalen Cyber-Sicherheitsbehörde Deutschlands, an – das geht einfach über das NIS-2-Portal unter https://portal.bsi.bund.de/.
Sollte Ihr Unternehmen betroffen sein, müssen u.a. folgende zentrale Maßnahmen getroffen werden:
- Aufbau eines Informationssicherheitsmanagementsystems (ISMS), idealerweise nach bewährten ISO 27001-Standards, das alle Prozesse bündelt.
- Schulung des gesamten Teams inklusive der Führungskräfte, um ein klares Risikobewusstsein in der gesamten Organisation zu schaffen.
- Sicherung physischer und digitaler Zugänge sowie gründliche Überprüfung von Lieferanten durch Checks, Verträge und Risikoanalysen.
- Integration redundanter Systeme, kontinuierlichen Monitorings, Backups und klarer Incident-Response-Prozesse für schnelle Reaktionen.
- Regelmäßige Bewertungen und Audits, um Schwachstellen früh zu erkennen und langfristig stabil sowie resilient zu bleiben.


Incident Reporting nach NIS2: Was wann gemeldet werden muss
Sobald eine Störung oder ein Cyber-Vorfall auftritt, der die Dienstleistung beeinträchtigt, gilt: Innerhalb von 24 Stunden sollte eine erste Meldung ans BSI mit wesentlichen Details weitergegeben werden, nach 72 Stunden ein detailliertes Update und innerhalb eines Monats ein umfassender Abschlussbericht. Diese Fristen sind strikt, da das BSI nun erweiterte Aufsichtsrechte hat und Verstöße mit hohen Bußgeldern ahnden kann – bis zu 10 Millionen Euro oder 2 Prozent des globalen Umsatzes. Frühe Transparenz schützt also nicht nur vor Strafen, sondern hilft auch, Schäden zu begrenzen.
Tipps für den Einstieg
Beginnen Sie am besten mit einer Gap-Analyse, die Ihre aktuellen Sicherheitsmaßnahmen mit den neuen Anforderungen vergleicht, um Lücken klar zu identifizieren. Streben Sie eine unabhängig geprüfte Zertifizierung wie ISO 27001 an – das erleichtert die Compliance, bestätigt hohe Standards und gibt Wettbewerbsvorteile. Ergänzen Sie das durch sichere Hosting-Lösungen mit automatischen Backups, verschlüsselter Kommunikation, Zugriffssteuerung und auditfähigen Prozessen, die Cyber-Risiken nachhaltig minimieren und Ihr Unternehmen zukunftssicher machen.
Da diese Anforderungen gerade für mittelständische Unternehmen oft nicht einfach umsetzbar sind, da sie erheblichen Aufwand, Fachwissen und Ressourcen erfordern, sollte man sich unbedingt Hilfe von Experten wie IT-Sicherheitsdienstleistern oder Beratern holen, um Compliance effizient zu erreichen.
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