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Kreativität im KI-Zeitalter: Wie Faber-Castell Zukunft gestaltet

Kreativität im KI-Zeitalter: Wie Faber-Castell Zukunft gestaltet

Kreativität wird im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz zu einer der wichtigsten Fähigkeiten der Wirtschaft. Während Technologien immer schneller werden und Märkte sich kontinuierlich verändern, gewinnen Ideen, Vorstellungskraft und Innovationskraft zunehmend an Bedeutung. Ein Unternehmen, das diesen Zusammenhang seit Generationen lebt, ist Faber-Castell.
Der traditionsreiche Hersteller von Schreib- und Kreativprodukten zeigt, wie sich ein Familienunternehmen immer wieder neu erfinden kann – und warum Kreativität auch im digitalen Zeitalter eine zentrale Rolle spielt.

Über 260 Jahre Unternehmergeist und Innovation

Seit mehr als 260 Jahren steht Faber-Castell für Qualität, Innovationskraft und unternehmerische Weitsicht.

Bereits im 19. Jahrhundert erkannte Lothar von Faber, dass ein Bleistift mehr sein kann als ein Gebrauchsgegenstand. Er entwickelte daraus eines der ersten Markenprodukte der Industriegeschichte – mit einem klaren Qualitätsversprechen.

Auch später bewies das Unternehmen ein außergewöhnliches Gespür für kreative Kommunikation. Der legendäre Castell 9000 wurde bereits im frühen 20. Jahrhundert mit einer der ersten großen internationalen Werbekampagnen inszeniert: Ritter kämpften darin nicht mit Lanzen, sondern mit Bleistiften. Diese Verbindung aus Tradition, Markenführung und Kreativität prägt das Unternehmen bis heute.

Kreativität als Motor für Transformation

Die Geschichte von Faber-Castell zeigt auch: Wandel gehört zum Unternehmertum.

Als in den 1970er-Jahren der Taschenrechner den Rechenschieber überflüssig machte und rund ein Viertel des Umsatzes wegfiel, reagierte das Unternehmen mit einer kreativen Lösung: In Geroldsgrün entstand ein neues Geschäftsfeld – Kosmetikstifte für die internationale Beautyindustrie.

Damit erschloss sich Faber-Castell einen globalen Wachstumsmarkt. Die Erfahrung zeigt: Kreativität bedeutet nicht nur neue Produkte zu entwickeln, sondern auch in Krisen neue Wege zu finden.

Kulturwandel und neue Führung

Der Tod von Graf Anton Wolfgang von Faber-Castell im Jahr 2016 markierte einen wichtigen Wendepunkt in der Unternehmensgeschichte.

Aus einer stark patriarchisch geprägten Organisation entwickelte sich Schritt für Schritt ein Unternehmen mit stärkerer Partizipation, Kollaboration und moderner Führungskultur.

2018 definierte Faber-Castell gemeinsam mit der Unternehmerfamilie die sogenannten Corporate Essentials – ein globales Wertegerüst aus Mission, Vision und zentralen Unternehmenswerten.

Diese Grundlage schafft Orientierung für Mitarbeitende in mehr als 100 Ländern.

©Faber-Castell

Die Strategie „ONE Faber-Castell“

Seit 2022 treibt das Unternehmen seine Transformation mit der globalen Strategie konsequent voran.

Unter „ONE Faber-Castell – Creating a Colorful Future“  werden verschiedene Bereiche gleichzeitig weiterentwickelt:

  • Organisationsstruktur
  • Führungskultur
  • Markenstrategie
  • Produktportfolios
  • Produktions- und Lieferketten

Ein internationales Leadership-Programm unterstützt Führungskräfte dabei, Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen schneller zu treffen und ihre Teams aktiv durch den Wandel zu führen.

Aus einer klassischen hierarchischen Struktur entsteht zunehmend ein Netzwerk moderner Führung.

Eine Marke, die Kreativität in den Mittelpunkt stellt

Parallel zur organisatorischen Transformation positioniert Faber-Castell seine Marke neu.

Zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte startete eine globale Imagekampagne, die nicht einzelne Produkte, sondern das Thema Kreativität in den Mittelpunkt stellt.

Die Kampagne erreichte mehr als eine Milliarde Kontakte in über 25 Ländern.

Ihr zentrales Versprechen: „Unleash Creativity.“ Statt vieler nationaler Einzelauftritte entsteht so eine starke, weltweit erlebbare Marke.

©Faber-Castell

Herausforderungen im globalen Wettbewerb

Auch ein traditionsreiches Unternehmen steht vor großen Herausforderungen.

Der stationäre Handel verändert sich, Regulierungen nehmen zu und internationaler Wettbewerb – insbesondere aus Asien – wird intensiver.

Faber-Castell reagiert darauf mit einer klaren Strategie:

  • Ausbau von E-Commerce und digitalen Vertriebskanälen
  • Entwicklung neuer Zielgruppen
  • Kooperationen und Innovationen
  • Anpassung von Produktionsstrukturen und Standorten

Neue Produktlinien wie Creative Studio oder Vorschulkonzepte wie Grippy eröffnen zusätzliche Märkte.

Gleichzeitig verfolgt das Unternehmen ein langfristiges Ziel: Menschen ein Leben lang zu begleiten – vom ersten Strich im Kindergarten bis zur Unterschrift unter wichtige Dokumente.

Kreativität im KI-Zeitalter

Mit dem Aufstieg von Künstlicher Intelligenz stellt sich für viele Unternehmen eine zentrale Frage: Welche Rolle spielt menschliche Kreativität in einer zunehmend automatisierten Welt?

Faber-Castell sieht sich dabei nicht als Gegenpol zur Technologie, sondern als Partner auf Augenhöhe.

KI kann Informationen verarbeiten und Muster erkennen. Doch echte Kreativität entsteht dort, wo Menschen:

  • ungewöhnliche Fragen stellen
  • Widersprüche aushalten
  • neue Perspektiven entwickeln
  • und mutig neue Wege gehen

Genau an diesem Punkt setzt das Selbstverständnis der Marke an.

Zukunft entsteht durch Ideen

Die Entwicklung von Faber-Castell zeigt eindrucksvoll, dass erfolgreiche Unternehmen Tradition und Transformation miteinander verbinden können.

Wandel ist dabei kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Oder anders gesagt: Wer Zukunft schreiben will, braucht eine klare Strategie – und die kreative Kraft, immer wieder neu anzufangen.

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Tajana Schultz

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